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60 Millions de Consommateurs warnt vor vier beliebten Waschmitteln

Junger Mann liest Waschmittelflasche in heller Waschküche mit Waschmaschine und Wäsche im Hintergrund.
In diesem Artikel
  1. Warum eine renommierte Konsumentenschutzorganisation warnt
  2. Was das Labor in diesen Waschmitteln festgestellt hat
  3. Gesundheitsrisiken für regelmäßige Nutzerinnen und Nutzer
  4. Umweltkosten: Was nach dem Schleudergang passiert
  5. Welche Waschmittel schnitten im französischen Test besser ab?
  6. Praktische Tipps für die Wahl eines sichereren Waschmittels
  7. Warum selbst gemachtes Waschmittel immer beliebter wird
  8. Wie diese Debatte mit einer breiteren Chemikalienbelastung zusammenhängt
  9. Was das für Haushalte außerhalb Frankreichs bedeutet

Aktuelle Untersuchungen der französischen Konsumentenschutzorganisation „60 Millions de Consommateurs“ haben die Diskussion darüber neu entfacht, was sich in unseren Waschmaschinen tatsächlich verteilt. Vier beliebte Waschmittel fielen dabei durch schlechte Gesundheitsbewertungen und eine bedenkliche Umweltbilanz auf.

Warum eine renommierte Konsumentenschutzorganisation warnt

Anfang 2023 veröffentlichte 60 Millions de Consommateurs einen umfassenden Vergleichstest von rund dreißig Waschmitteln aus dem Supermarkt. Die Organisation gilt in Frankreich als strenge, unabhängige Prüfinstanz: Sie kauft Produkte anonym ein, lässt sie im Labor analysieren und bewertet sie auf einer unkomplizierten Skala von A bis E.

Vier bekannte Marken landeten in der niedrigsten Kategorie und erhielten für Gesamtleistung und Sicherheit die Note „E“. Beanstandet wurden folgende Produkte:

  • Omo „Essences naturelles“ (Rosen und weißer Flieder)
  • Persil Flüssigwaschmittel „Savon de Marseille“
  • Xtra 3‑in‑1 „Savon de Marseille“-Kapseln
  • Ariel Flüssigwaschmittel „Power Alpine“

„Diese vier Waschmittel vereinen reizende Substanzen, allergieauslösende Verbindungen und eine geringe biologische Abbaubarkeit, wie die französischen Testergebnisse zeigen.“

Alle vier Produkte setzen auf chemische Mischungen, die Fragen für Menschen aufwerfen, die sie regelmäßig verwenden, ebenso wie für jene Stoffe, die mit dem Spülwasser in Flüsse und Küstengewässer gelangen.

Was das Labor in diesen Waschmitteln festgestellt hat

Das Problem besteht nicht darin, dass die Produkte schlecht waschen. Bei der Fleckenentfernung schneiden sie oft durchaus ordentlich ab. Die eigentliche Sorge betrifft die Details ihrer Inhaltsstofflisten.

Konservierungsmittel, die die Haut reizen können

Die Tests rückten eine Gruppe von Konservierungsmitteln in den Mittelpunkt, die als Isothiazolinone bekannt sind. Sie werden häufig eingesetzt, damit Flüssigwaschmittel in der Flasche nicht verderben. Stoffe wie Methylisothiazolinon (MIT) und Methylchloroisothiazolinon (CMIT) sind stark wirksame Biozide.

Hautärztinnen und Hautärzte weisen seit Jahren auf diese Inhaltsstoffe hin, weil sie Kontaktdermatitis auslösen können. Das gilt besonders, wenn Personen nasse Wäsche anfassen oder wiederholt Kleidung tragen, die stets mit demselben Produkt gewaschen wurde.

„Eine häufige Belastung durch Isothiazolinone wird bei empfindlichen Personen mit Hautausschlägen, Juckreiz und in manchen Fällen mit chronischen Ekzemen in Verbindung gebracht.“

Tenside mit Bezug zu Reizungen und Schäden im Wasser

Die Verbraucherschutzorganisation verwies außerdem auf Tenside wie Natriumlaurethsulfat. Diese Stoffe lösen Fett und Schmutz, weshalb sie in Shampoos, Geschirrspülmitteln und Waschmitteln vorkommen.

Bei hoher oder wiederholter Exposition können sie Haut und Augen austrocknen und reizen, vor allem bei Menschen mit bestehenden Beschwerden wie Ekzemen oder Psoriasis. Gelangen sie in Gewässer, bauen sich manche Tenside nur langsam ab und können Wasserorganismen schaden.

Art des Inhaltsstoffs Hauptfunktion im Waschmittel Zentrale genannte Sorge
Isothiazolinon-Konservierungsmittel Verhindern das Verderben des Produkts Hautallergien, Kontaktdermatitis
Natriumlaurethsulfat Schaumbildung, Reinigungsstoff Reizungen, Toxizität für Wasserorganismen
Duftstoffe, Parfüms Verleihen einen „frischen“ Duft Versteckte Allergene, Belastung der Raumluft

Duftstoffe: der unsichtbare Unsicherheitsfaktor

Neben klar ausgewiesenen Chemikalien beruhen viele Waschmittel auf komplexen Duftstoffmischungen, die nach „Alpenluft“ oder „frischer Baumwolle“ riechen sollen. Solche Mischungen enthalten oft Dutzende Aromachemikalien, darunter mitunter mögliche endokrine Disruptoren oder sensibilisierende Stoffe.

Da Vorschriften Unternehmen erlauben, diese unter einem einzigen Begriff wie „Parfum“ oder „Duftstoff“ anzuführen, erfahren Konsumentinnen und Konsumenten kaum, was sie tatsächlich einatmen, wenn sie die Maschine öffnen oder warme Wäsche zusammenlegen.

Gesundheitsrisiken für regelmäßige Nutzerinnen und Nutzer

Für die meisten Menschen verursacht ein einzelner Waschgang mit einem problematischen Waschmittel keinen sofortigen Schaden. Die Bedenken wachsen, wenn dasselbe Produkt Woche für Woche zur festen Waschroutine gehört.

Waschmittelrückstände können in Textilfasern verbleiben, insbesondere in Handtüchern, Unterwäsche und Sportkleidung. Schwitzt oder reibt die Haut, können kleine Mengen dieser Inhaltsstoffe auf den Körper übergehen und sich dort ansammeln.

  • Menschen mit empfindlicher oder trockener Haut können Rötungen, Juckreiz oder ekzemartige Hautstellen entwickeln.
  • Kinder und Babys, deren Hautbarriere dünner ist, reagieren möglicherweise stärker auf reizende Stoffe.
  • Menschen mit Asthma könnten Verschlechterungen bemerken, wenn parfümierte Waschmittel die Belastung der Innenraumluft erhöhen.

„Das Risiko geht weniger von einem einzelnen Waschgang aus als von der dauerhaften, gering dosierten Belastung, die sich über Monate oder Jahre aufbaut.“

Der französische Test bezeichnet diese Marken im streng toxikologischen Sinn nicht als „Gift“. Er betont vielmehr, dass sie im Vergleich zu saubereren Alternativen unter den verfügbaren Produkten zu jenen gehören, die Gesundheit und Umwelt am wenigsten schonen.

Umweltkosten: Was nach dem Schleudergang passiert

Jeder Waschgang erzeugt Abwasser mit Tensiden, Konservierungsmitteln, Duftstoffen und Mikrofasern. Kläranlagen können einen Teil dieser Stoffe herausfiltern, aber nicht alle.

Laut der Analyse weisen die vier schlecht bewerteten Waschmittel bei einigen Bestandteilen nur eine eingeschränkte biologische Abbaubarkeit auf. Beständige Moleküle können in Flüsse, Seen und Küstenökosysteme gelangen, wo sie möglicherweise:

  • Membranen und Atmung von Fischen sowie wirbellosen Tieren beeinträchtigen.
  • Das Wachstum von Algen und die Photosynthese stören.
  • Sich mit Mikroplastik aus synthetischer Kleidung verbinden und damit eine doppelte Belastungsquelle für Wasserlebewesen schaffen.

Rechnet man den Energieverbrauch für das Erwärmen des Wassers und den Betrieb der Geräte hinzu, wird die Waschküche zu einem nicht zu unterschätzenden Faktor für die Umweltbilanz eines Haushalts.

Welche Waschmittel schnitten im französischen Test besser ab?

Die Organisation benannte nicht bloß Probleme, sondern hob auch Produkte hervor, die Kleidung wirksam reinigen und gleichzeitig fragwürdige Inhaltsstoffe stärker begrenzen. In dieser Bewertung erreichten Einzeldosis-Kapseln im Durchschnitt bessere Ergebnisse als klassische Flüssigwaschmittel. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass sie pro Waschgang weniger Produkt benötigen und konzentriertere Rezepturen verwenden.

Zwei besonders auffällige Marken

Zu den Spitzenreitern des Tests zählten:

  • Leclerc Xéor-Kapseln, die 15/20 erreichten und ein besseres Gleichgewicht aus Wirksamkeit, Gesundheitsprofil und Umweltauswirkungen boten.
  • La Maison Verte Bioactive Flüssigwaschmittel, bewertet mit 14/20 und vermarktet als umweltbewusstere Wahl mit einer kürzeren Inhaltsstoffliste.

„Die am besten bewerteten Waschmittel sind nicht perfekt, reduzieren jedoch aggressive Konservierungsmittel und setzen verstärkt auf besser biologisch abbaubare Tenside.“

Diese Ergebnisse entsprechen einem breiteren Trend in Europa und Nordamerika, wo Händler „Öko-Waschmittel“ und parfümfreie Rezepturen bewerben. Kennzeichnungen bleiben jedoch uneinheitlich, und ein grünes Blatt auf der Flasche bedeutet nicht automatisch, dass die Chemie sicherer ist.

Praktische Tipps für die Wahl eines sichereren Waschmittels

Beim Einkauf bleibt selten Zeit, lange Inhaltsstofflisten im Regal zu entschlüsseln. Einige einfache Regeln können die Belastung zumindest verringern.

  • Wählen Sie nach Möglichkeit parfümfreie oder nur dezent duftende Produkte.
  • Achten Sie auf die Angaben „MIT“, „CMIT“ oder „Isothiazolinon“ und meiden Sie diese bei empfindlicher Haut.
  • Probieren Sie bei einer neuen Marke zunächst kleinere Flaschen aus, um die Hautverträglichkeit zu testen.
  • Verwenden Sie die geringste empfohlene Dosierung; eine Überdosierung verbessert die Waschleistung selten, erhöht aber Rückstände.
  • Lassen Sie einen zusätzlichen Spülgang laufen, wenn jemand im Haushalt Allergien oder Ekzeme hat.

Einige nationale Konsumentenschutzorganisationen veröffentlichen laufend aktualisierte Rankings, die Leistung und Gesundheitskriterien berücksichtigen. Wer diese Listen mit den lokal erhältlichen Produkten abgleicht, kann Kaufentscheidungen gezielter treffen als anhand von Werbeslogans.

Warum selbst gemachtes Waschmittel immer beliebter wird

Auch das französische Magazin verwies auf eine wachsende Alternative: selbst gemachtes Flüssigwaschmittel. Das Prinzip ist einfach: Statt eine komplexe industrielle Rezeptur zu kaufen, mischen Haushalte wenige bekannte Zutaten.

Ein gängiges Rezept besteht aus geraspelter traditioneller Marseiller Seife, kombiniert mit Natron oder in manchen Fällen weißem Essig. Die Mischung wird in heißem Wasser aufgelöst und kühlt anschließend zu einer gelartigen Flüssigkeit ab, die in die Waschmittellade gefüllt werden kann.

„Selbst gemachte Rezepturen verringern unbekannte Zusatzstoffe und ermöglichen es, Duft, Stärke und Menge für jeden Waschgang individuell anzupassen.“

Diese Do-it-yourself-Varianten senken üblicherweise Verpackungsmüll und Kosten, erfordern aber weiterhin einen sorgfältigen Umgang. Zu viel Essig kann Gummidichtungen in Waschmaschinen beschädigen, und manche Naturseifen hinterlassen bei niedrigen Temperaturen Rückstände. Kleine Testmengen anzusetzen und die Reaktion der Textilien zu beobachten, bleibt daher entscheidend.

Wie diese Debatte mit einer breiteren Chemikalienbelastung zusammenhängt

Die von 60 Millions de Consommateurs angesprochenen Bedenken fügen sich in die größere Debatte über die tägliche Belastung durch Industriechemikalien ein. Waschmittel stehen dabei neben einer langen Liste, zu der Reinigungssprays, Lufterfrischer, Kosmetika und Lebensmittelverpackungen gehören.

Jedes Produkt für sich kann unter strengen Toxizitätsgrenzwerten liegen. Forschende richten ihren Blick jedoch zunehmend auf den „Cocktail-Effekt“: die Frage, wie wiederholte Belastungen mit niedrigen Dosen aus mehreren Quellen im Lauf der Zeit zusammenwirken könnten, insbesondere bei gefährdeten Gruppen wie Kindern, Schwangeren oder Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Daher empfehlen immer mehr Gesundheitsfachkräfte, unnötige parfümierte Produkte zu reduzieren, Innenräume nach dem Putzen zu lüften und einfachere Rezepturen zu bevorzugen, wenn sie gleich gut funktionieren.

Was das für Haushalte außerhalb Frankreichs bedeutet

Die vom französischen Verbraucherschützer bewerteten Marken können sich in Österreich, Deutschland, dem Vereinigten Königreich oder den USA geringfügig unterscheiden, weil Rezepturen an örtliche Vorschriften und die Wasserhärte angepasst werden. Das zugrunde liegende Muster wiederholt sich jedoch häufig: Stark parfümierte und intensiv beworbene Waschmittel setzen tendenziell auf komplexere und weniger transparente Chemie.

Konsumentinnen und Konsumenten außerhalb Frankreichs sollten die französische Liste als Warnsignal und nicht als unmittelbare schwarze Liste verstehen. Die Kernaussage bleibt dieselbe: Vorrang haben sollten Waschmittel, die effizient reinigen und weniger umstrittene Inhaltsstoffe enthalten. Unabhängige Tests verdienen Aufmerksamkeit, und die Waschküche ist ein weiterer Ort, an dem kleine Entscheidungen im Alltag Gesundheits- und Umweltrisiken langfristig verändern können.

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Mag. Katharina Finsinger

Mag. Katharina Finsinger ist Expertin für bäuerliche Kulturgeschichte, nachhaltigen Landtourismus und regionale Genusskultur in Österreich. Am Finsingerhof beschäftigt sie sich besonders mit der Vermittlung traditioneller Hofarbeit, saisonalen Produkten und der lebendigen Verbindung von Natur, Landwirtschaft und Gastlichkeit.

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